
Aktuelles von der LÖG und der Branche.
23.9.26
Iran-Konflikt: Trump droht mit Eskalation und setzt zugleich auf Gespräche
US-Präsident Trump bleibt im Iran-Konflikt bei seiner üblichen Taktik zwischen scharfer Drohung und diplomatischer Gesprächsbereitschaft. In seiner gestrigen Rede vor der UN-Vollversammlung stellte er dem Iran entweder eine Vereinbarung oder die „schnelle Vernichtung“ der Islamischen Republik in Aussicht. Zugleich ließ er auf neue Verhandlungen hoffen.
Es ist nicht das erste Mal, dass der nun schon seit fast sieben Monaten andauernde kriegerische Konflikt im Persischen Golf, an diesem Punkt angelangt ist. Immer wieder folgten in den letzten Monaten auf Eskalationsdrohungen Signale für eine mögliche Verständigung. Eine dauerhafte Lösung, geschweige denn eine Befriedung der Region, ist daraus bisher nicht hervor-gegangen. Doch die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, auch am Ölmarkt.
22.9.26
Bewaffnete sorgen für Produktionsrückgang an Libyens größtem Ölfeld
Am libyschen Sharara-Ölfeld kam es nach Angaben der staatlichen Ölgesellschaft National Oil Corporation (NOC) am gestrigen Montag zu einem starken Rückgang der Förderung. Grund dafür war laut NOC, dass eine Gruppe von Bewaffneten ein Ventil an einer Pipeline geschlossen hatten, die das Rohöl von dem Feld an den Exporthafen von Zawiya transportiert.
Um welche Menge genau die Ölförderung sank, teilte das Unternehmen selbst nicht mit. Auch machte die NOC keine konkreten Angaben dazu, um wen es sich bei der Gruppe handelte. Zwei Ingenieure sollen jedoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters angegeben haben, die Förderung sei um etwa 200.000 B/T eingebrochen und belaufe sich derzeit auf ca. 100.000 bis 105.000 B/T. Eine andere Quelle bezifferte das aktuelle Produktionsniveau gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg auf 127.000 B/T.
21.9.26
Trump schließt Treffen mit iranischem Präsidenten nicht aus
US-Präsident Trump wird sich "möglicherweise" am Rande der UN-Generalversammlung mit dem iranischen Präsidenten Massoud Peseschkian treffen. Dies soll der US-Präsident zumindest in einem Telefonat mit einem Journalisten des US-Senders Fox News angegeben haben. Die Veranstaltung findet diese Woche in New York statt. Bei den Marktteilnehmern an den Ölbörsen weckte die Möglichkeit eines Treffens der beiden Präsidenten zum Wochenstart wieder die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts zwischen den beiden Ländern.
Allerdings soll Trump auch mit Drohungen gegen den Iran wieder einmal nicht hinterm Berg gehalten haben. Demnach sagte Trump in dem Telefonat, die Islamische Republik solle besser ein Abkommen mit den USA schließen, oder aber wirtschaftlich verfallen oder ausgelöscht werden. Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hatten ihrerseits damit gedroht, dass jeder neue US-Angriff anhaltende Vergeltungsmaßnahmen gegen Stützpunkte und andere Einrichtungen der USA in der Golfregion zur Folge habe.
18.9.26
Hormus: Schiff nahe Oman angegriffen
Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt weiterhin mit großem Risiko behaftet. So meldete die britische Behörde UK Maritime Trade Operations (UKMTO) am gestrigen Donnerstag, in der Meerenge sei in der Fahrrinne, die auf omanischer Seite verläuft, ein Schiff angegriffen worden. Der Vorfall soll sich etwa 16 Seemeilen nordöstlich der Stadt Khasab ereignet haben, so die UKMTO, die zudem angab, dass die Besatzung des Schiffs in Sicherheit sei. Um welches Schiff es sich handelte und wer für den Angriff verantwortlich ist, ging aus der Meldung der Behörde nicht hervor.
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gaben gestern an, einen Öltanker in der Straße von Hormus angegriffen zu haben, der versucht hatte, ohne Genehmigung Irans zu durchfahren. "Der unter togoischer Flagge fahrende Tanker Trend versuchte letzte Nacht, die Straße von Hormus illegal zu passieren, nachdem er von der kindermordenden US-Armee dazu angestiftet und getäuscht worden war", hieß es in der Erklärung der IRGC, die auf der Homepage der iranischen Nachrichtenagentur IRNA veröffentlicht wurde. "Er wurde nach Ausbruch eines Feuers gestoppt", führten die Revolutionsgarden in der Erklärung aus. Ob es sich bei Trend um das selbe Schiff handelt wie in der Meldung der UKMTO ist unklar.
Die Marine der Revolutionsgarden warnte gestern ausserdem erneut vor dem Versuch, die Strasse von Hormus ohne Zustimmung Irans zu durchfahren. Die illegale Durchfahrt durch die Strasse von Hormus führt zu nichts anderem als zur Zerstörung des betreffenden Schiffes, so die Marine, die zudem bekräftigte, dass der Iran die Kontrolle über die Meerenge habe.
17.9.26
Saudi-Arabien: Ost-West-Pipeline soll schrittweise wieder anlaufen
Nach den jüngsten Drohnenangriffen arbeitet Saudi-Arabien unter Hochdruck daran, den Betrieb seiner zentralen Ost-West-Pipeline wieder herzustellen. Wie es aus Insiderkreisen hieß, soll innerhalb weniger Tage etwa die Hälfte der Kapazität der strategisch wichtigen Transitroute wieder online gehen. Die Pipeline war Ende vergangener Woche nach Attacken vorsorglich abgeschaltet worden.
Offenbar besteht der Plan der Aramco nun darin, einen beschädigten Streckenabschnitt provisorisch zu umgehen, um erste Teilmengen transportieren zu können. Die vollständige Wiederinbetriebnahme der Pipeline wird nach Angaben des Insiders voraussichtlich rund sechs Wochen in Anspruch nehmen. Weder der Staatskonzern noch das saudische Energieministerium äußerten sich bislang offiziell zu dem Vorgang.
16.9.26
Saudi Aramco cancelt erste Öllieferungen nach Europa
Saudi-Arabien hat offenbar seine Öllieferungen nach Europa gekürzt, nachdem Drohnenangriffe die zentrale Exportpipeline des Landes zum Roten Meer beschädigt hatten. Dies teilten heute verschiedene Handels- und Schifffahrtskreise mit. In der Folge suchen europäische Abnehmer wie Polen oder Litauen nach Alternativen, während die Preise für physisches Rohöl weiter steigen.
Laut der Insider teilte die Aramco europäischen Kunden mit, dass einige für September geplante Lieferungen ausfallen könnten. Zudem wurden die Verladungen im Rotmeerhafen Yanbu vorübergehend ausgesetzt. Wie viele Ladungen betroffen sind und wie lange die Unterbrechung andauern wird, blieb zunächst unklar.
15.9.26
Washington sanktioniert Russlands VTB Bank
Das US-Finanzministerium verhängte am gestrigen Montag Sanktionen gegen die russische VTB Bank. Washington wirft dem Kreditinstitut vor, dem Iran geholfen zu haben, Sanktionen zu umgehen. Die VTB Bank ist eines der größten Kreditinstitute Russlands.
"Die VTB Bank eröffnete Büros im Iran, knüpfte Bankbeziehungen zu sanktionierten iranischen Finanzinstituten und arbeitete daran, Milliarden von Dollar an iranischen Vermögenswerten zu transferieren", hieß es in einer Erklärung des US-Außenministeriums.
14.9.26
Saudi-Arabien nimmt Ost-West Pipeline nach Angriff außer Betrieb
Bereits am späten Freitagnachmittag berichteten wir von Anzeichen für einen Brand an der wichtigen saudischen Ost-West Pipeline (11.09.2026 Anzeichen für Brand an wichtiger saudischer Pipeline). Wenig später gab das saudische Energieministerium über die Kommunikationsplattform X bekannt, die Pipeline sei angegriffen worden, wobei es auch zu Verletzten gekommen sei. Im Rahmen einer Vorsichtsmaßnahme habe man die Pipeline vorübergehend abgeschaltet, so das Ministerium.
Die Anlage war zuletzt eine wichtige Alternative für den Export des Rohöls, das an den Ölfeldern im Osten des Landes gefördert wird und vor Beginn des Iran-Kriegs über die Straße von Hormus exportiert wurde. Ein Großteil dieses Öls war seit einigen Monaten über die Pipeline an den westsaudischen Hafen Yanbu am Roten Meer geliefert und von dort aus verschifft worden. Im Juli hatten die Huthi-Rebellen aus dem Jemen dann allerdings mit ihrer Seeblockade Saudi-Arabiens auch noch die Exporte über diese Route erschwert.
10.9.26
Iran bereit für Eskalation des Krieges
Teheran ist nach Angaben eines ranghohen Vertreters der Islamischen Republik auf eine weitere Eskalation des Krieges vorbereitet. Sollte die USA ihre Angriffe auf iranisches Staatsgebiet und die Infrastruktur des Landes fortsetzen, werde Iran seine Gegenangriffe verstärken, sagte der Regierungsvertreter. Man habe nicht die Absicht, angesichts der US-Seeblockade und der Angriffe auf iranische Öltanker nachzugeben.
Mit diesen Kommentaren schwindet wohl auch die letzte Hoffnung auf eine diplomatische Annäherung oder Entspannung im Konflikt am Persischen Golf. US-Präsident Trump spielte unterdessen die Sorgen über steigende Ölpreise und die Dauer des Krieges herunter. Er stellte Iran weiterhin als militärisch geschwächt dar. Der Krieg werde „unmittelbar nach den [Midterm] Wahlen enden“ weil der Iran „nicht länger durchhalten“ könne, so Trump.
9.9.26
USA versenken fünf iranische Tanker
US-Streitkräfte haben am Dienstag fünf iranische Tanker mit Rohöl zerstört und damit die militärischen Zusammenstöße in der Golfregion weiter eskaliert. Nach Angaben des US-Zentralkommandos (CENTCOM) habe man damit auf zwei erfolglose Versuche des Iran rea-giert, ein Kriegsschiff der US-Marine zu versenken.
Die zerstörten iranischen Schiffe gehörten nach Angaben von CENTCOM den Islamischen Revolutionsgarden. Die US-Streitkräfte hätten die Besatzungen aufgefordert, die Schiffe zu verlassen, bevor die Tanker „außer Gefecht gesetzt“ worden seien, hieß es in einer Mitteilung. Bereits am Samstag hatten die USA drei Rohöltanker zerstört. Zuvor hatte Iran erfolglos versucht, einen US-Flugzeugträger und einen Lenkwaffenzerstörer anzugreifen.
8.9.26
Chinas Rohölimporte im August gestiegen
Die chinesischen Zollbehörden gaben am frühen Dienstagmorgen Daten zum Außenhandel Chinas für August heraus. Diese zeigen, dass die Volksrepublik im vergangenen Monat etwa 37,93 Mio. Tonnen Rohöl importierte. Im Vergleich zum Vormonatsniveau entspricht dies einem Anstieg um rund +6,2 %. Obwohl sich Chinas Rohölimporte damit weiter von dem im Juni verzeichneten Langzeittief von 29,27 Mio. Tonnen weiter erholten, waren sie verglichen mit den 49,49 Mio. Tonnen, die das Land im August 2025 eingeführt hatte, allerdings noch um -23,4 % niedriger.
Der auf Monatssicht verzeichnete Anstieg rührte einerseits daher, dass das Rohölangebot aus den Ländern in der Golfregion wieder etwas zugenommen hatte, andererseits aber auch daher, dass die Raffineriebetreiber auf andere Lieferanten zurückgriffen. Dazu gehören beispielsweise Russland und einige Förderstaaten auf dem afrikanischen Kontinent.
7.9.26
Iran und USA liefern sich Schlagabtausch in und um Straße von Hormus
Die US-Streitkräfte griffen am Samstag drei iranische Rohöltanker an, so das Zentralkommande (CENTCOM) in einer noch am selben Tag veröffentlichten Mitteilung. Der Angriff sei eine Reaktion auf Marschkörper gewesen, die die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) zuvor auf zwei Kriegsschiffe der US-Marine abgeschossen hätten. Die Schiffe der US-Marine waren demnach auf Patrouille gewesen.
Bei den getroffenen iranischen Tankern soll es sich um die Downy gehandelt haben, die sich vor der Küste der Insel Kharg befand, sowie die Stark 1 nahe Jask. Im Golf von Oman sei außerdem der unbeladenen Rohöltanker Kylo "an mehreren kritischen Stellen" getroffen und manövrierunfähig gemacht worden.
