
Aktuelles von der LÖG und der Branche.
23.6.26
US-Sanktionsausnahmen für Iran – Wie stabil ist die Lage am Persischen Golf?
Die fundamentale Ausgangslage präsentierte sich nach einem turbulenten Wochenende am Montag leicht bearish, da die Verhandlungen trotz vorheriger Drohungen von beiden Seiten (22.06.2026 Schwieriger Friedensprozess: Neue Hormus-Sperrung und Trump-Drohungen) überraschend konstruktiv verliefen und tatsächlich erste Ergebnisse brachten (22.06.2026 USA/Iran-Gespräche überraschend konstruktiv gestartet).
22.6.26
Schwieriger Friedensprozess: Neue Hormus-Sperrung und Trump-Drohungen
Trotz der letzte Woche unterzeichneten Absichtserklärung geht der Friedensprozess am Persischen Golf nur schleppend voran. Zuletzt waren es die anhaltenden Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah, die den Start der offiziellen Verhandlungen zwischen USA und Iran verhinderten. Trotz der Meldung einer neuen Waffenruhe am Freitag (19.06.2026 Neue Waffenruhe im Libanon) ging das ewige Hin und Her am Wochenende weiter.
Denn die Kampfhandlungen im Libanon setzten sich am Wochenende fort. Teheran reagierte auf diese Entwicklungen, indem es am Samstag meldete, man habe die Straße von Hormus erneut gesperrt, solange die USA ihr Versprechen einer absoluten Waffenruhe nicht einhielten. Washington bestritt diese neue Sperrung zwar, doch Schifffahrtsdaten zeigten, dass die Tankerbewegungen im Vergleich zu den Vortagen tatsächlich spürbar zurückgingen. Ob dies nur Vorsichtsmaßnahmen waren, oder ob der Iran tatsächlich aktiv Passagen verhindert hat, ist unklar.
19.6.26
Verhandlungen über finales USA/Iran-Abkommen starten später
Eigentlich war geplant, dass die Delegationen der USA und des Iran heute im schweizerischen Bürgenstock am heutigen Freitag mit den Verhandlungen über die Details für ein endgültiges Abkommen beginnen. Nun wurde der Beginn der zweiten Verhandlungsphase offenbar jedoch verschoben. Grund dafür ist, dass der vom Iran im Rahmenabkommen geforderte Waffenstillstand an allen Fronten noch nicht eingehalten wird. Denn Israel setzt die Kampfhandlungen gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon fort.
Daher hat der Iran die Gespräche mit den USA einem Bericht des Senders Al-Mayadeen vorübergehend ausgesetzt. Erst, wenn die israelischen Angriffe im Libanon nachweislich beendet worden seien, wolle Teheran wieder verhandeln, so der Sender, der sich auf eine informierte Quelle beruft. Aus dem Weissen Haus hiess es am Donnerstagabend, US-Vizepräsident JD Vance habe seine Reise in die Schweiz abgesagt. Vance wollte ursprünglich mit der US-Delegation an den geplanten Verhandlungen in Bürgenstock teilnehmen.
Die Vertreter der iranischen Delegation hatten sich Medienberichten zufolge bereits auf die Reise in die Schweiz vorbereitet. Allerdings hatte Teheran auch schon vor der Unterzeichnung des Rahmenabkommens betont, dass eine Fortsetzung der israelischen Kampfhandlungen sowie der Besatzung von Gebieten im Libanon durch Israels Streitkräfte dazu führen würde, das der Iran das Rahmenabkommen als "hinfällig" betrachte.
18.6.26
USA/Iran-Abkommen bereits unterzeichnet
Noch am Dienstagabend hatte das schweizerische Außenministerium angekündigt, die Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran werde voraussichtlich am morgigen Freitag in Bürgenstock bei Luzern unterzeichnet (16.06.2026 USA/Iran-Abkommen wird in Bürgenstock unterzeichnet). Nun sieht es so aus, als wäre das Abkommen bereits in trockenen Tüchern. So gab US-Präsident Trump am Mittwochabend an, er habe das Dokument schon unterschrieben. Irans Präsident Peseschkian soll derweil seine Unterschrift in digitaler Form unter das Abkommen gesetzt haben.
Gegenüber Journalisten sagte Trump nach einem Abendessen im Schloss Versailles, zu welchem ihn Frankreichs Präsident Macron eingeladen hatte: "Hab's grade unterzeichnet." Irans Außenministerium teilte mit, Trumps Amtskollege Peseschkian habe das Abkommen mit seiner digitalen Unterschrift versehen. Dass es nun noch zu einer offiziellen Unterzeichnungszeremonie kommen wird, ist unwahrscheinlich, denn nach Meinung des iranischen Ministeriums gebe es dafür "nicht wirklich einen Platz."
17.6.26
US-Rohölvorräte laut API achte Woche in Folge gesunken
Den Dienstagnacht vom American Petroleum Institute (API) veröffentlichten US-Ölbestandsschätzungen zufolge, nahmen die landesweiten Rohölvorräte der USA in der Woche zum 12. Juni das achte Mal in Folge ab. Mit -8,3 Mio. Barrel soll der Rückgang laut dem Interessenverband auch deutlich stärker ausgefallen sein, als von den Analysten erwartet. Die Abbauten bei den Destillatbeständen schätzt das API etwas schwächer ein als die Analysten, während für Benzin entgegen den Erwartungen ein Bestandszuwachs gemeldet wurde.
Die Abbauten bei den landesweiten Rohölbeständen könnten mit einer höheren Raffinerieauslastung einhergegangen sein, von der in den Analystenschätzungen auch ausgegangen wird. Davon abgesehen wäre auch ein erneuter Rückgang der Netto Importe (nach dem Anstieg der Vorwoche) ein Faktor der für rückläufige Bestände gesorgt haben könnte.
Im US-Zentrallager in Cushing, Oklahoma, sanken die Rohölvorräte in der vergangenen Woche laut API um -1,5 Mio. Barrel. Sollte das DOE dies bestätigen, würde dies bedeuten, dass die Bestände am Erfüllungsort für die physischen WTI-Kontrakte an der 20 Mio. Barrel-Marke kratzen, was die Frage aufwirft, wie lange das Lager den Normalbetrieb noch aufrecht erhalten kann.
Unklar ist noch, ob der Abwärtstrend bei den Destillatbeständen der USA, der Anfang Mai ins Stocken geriet, bereits beendet ist. Sowohl Analysten, als auch das API rechnen für die vergangenen Woche mit leichten Abbauten in dieser Bestandskategorie, nachdem es bereits in der Vorwoche wieder zu einem leichten Rückgang gekommen war. Dies mag auch daran liegen, dass sich die Raffineriebetreiber bei der Produktion mittlerweile aus saisonalen Gründen eher auf Benzin konzentrieren. Dies würde zumindest zum Teil auch die Bestandsaufbauten erklären, die der API-Bericht für die Woche zum 12. Juni für den Ottokraftstoff ausweist. Die Analysten rechnen dagegen auch bei Benzin mit einem Rückgang der Vorräte.
16.6.26
Analysten: Vorkriegsniveau erst in Monaten erreichbar
Die Schließung der Straße von Hormus, die sowohl durch iranische als auch durch US-amerikanische Blockademaßnahmen gesperrt ist, hat eine der schwersten globalen Energiekrisen der Geschichte ausgelöst. Doch selbst eine Wiedereröffnung dürfte nicht sofort zur Normalität führen. Weiterhin bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Sicherheit des Schiffsverkehrs und der künftigen Betriebs- und Durchfahrtsregeln.
„Der früheste Zeitpunkt, zu dem die Öllieferungen wieder das Vorkriegsniveau erreichen können, ist Ende Juli“, glaubt etwa Pavel Molchanov, Analyst bei Raymond James. Bevor sich die Versorgung normalisieren könne, müssten zahlreiche logistische Probleme gelöst werden. Dieser Meinung ist auch Kyle Bertimini von Enverus: „Wir gehen nicht davon aus, dass man einfach die Förderhähne wieder aufdrehen kann und innerhalb weniger Wochen zu den Verhältnissen vor dem Konflikt zurückkehrt. Das wird länger dauern.“
15.6.26
USA und Iran einigen sich auf vorläufiges Abkommen
Nach wochenlangem zähen Ringen scheint es nun also tatsächlich geschafft: Die USA und Iran haben sich auf ein vorläufiges Abkommen zur Beendigung des Krieges geeinigt. Alle Seiten haben diese Meldung inzwischen bestätigt, die Absichtserklärung soll am Freitag in der Schweiz offiziell unterzeichnet werden.
„Das Abkommen mit der Islamischen Republik Iran ist nun abgeschlossen“ hatte Donald Trump am Sonntagabend per Truth Social verkündet. Kurz zuvor hatte der Ministerpräsident Pakistans, Shehbaz Sharif, auf X bekannt gegeben, dass ein Friedensabkommen erzielt worden sei. Der Oberste Nationale Sicherheitsrats des Iran teilte schließlich mit, dass der Krieg und die Militäroperationen an allen Fronten, einschließlich des Libanon, ab Montagabend endgültig beendet würden.
12.6.26
Trump bläst angekündigte Angriffe auf Iran ab
Am Donnerstagnachmittag hatte US-Präsident Donald Trump über eine Mitteilung auf Truth Social noch für denselben Tag weitere Angriffe auf den Iran angekündigt, was an den Ölbörsen zeitweise wieder für einen Preisanstieg gesorgt hatte. Am Abend verkündete er dann ebenfalls über seinen eigenen Kommunikationskanal, alle an den Gesprächen mit dem Iran beteiligten Verhandlungsparteien hätten einem Abkommen zugestimmt, weshalb er die angekündigten Angriffe abgesagt habe.
Angesichts der Tatsache, dass die Gespräche mit der Islamischen Republik Iran bis auf die Ebene der höchsten iranischen Führungsebene geführt und dort gebilligt wurden, habe ich als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika die für heute Abend geplanten Angriffe und Bombardierungen des Iran abgesagt, schrieb Trump in seinem Post und fuhr fort: Die Gespräche und die abschließenden Punkte wurden sowohl in ihren Grundzügen als auch im Detail von allen beteiligten Parteien gebilligt. Die Seeblockade bleibt in vollem Umfang in Kraft, bis diese Vereinbarung abgeschlossen ist Zeit und Ort der Unterzeichnung werden in Kürze bekannt gegeben.
Gegenüber Journalisten sagte Trump im Oval Office, dass die Unterzeichnung bereits am Wochenende in Europa stattfinden könnte. Gegebenenfalls werde Vizepräsident JD Vance dabei zugegen sein. Ob es nun tatsächlich doch so schnell geht, bleibt allerdings abzuwarten. In einer Meldung der halbstaatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars hieß es dagegen, der Iran habe noch keinen Text für ein Abkommen gebilligt.
11.6.26
Iran spricht nach zweiter Angriffswelle der USA von Hormus Vollsperrung
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran scheint erneut zu eskalieren. Bereits in der Nacht zum Mittwoch hat-ten die USA vor dem Hintergrund eines nahe der Strasse von Hormus abgeschossenen Hubschraubers einen Vergel-tungsschlag verübt, der wiederum einen Gegenschlag Irans zur Folge hatte. In der Nacht zum Donnerstag griff das US-Militär die Islamische Republik nun erneut an, woraufhin Teheran die Straße von Hormus für vollständig gesperrt erklärte. Washington dementiert dies.
In einem Post auf X hatte das US-Zentralkommando im Nahen Osten (Centcom) am frühen Donnerstagmorgen mit-geteilt, die amerikanischen Streitkräfte hätten auf Befehl von US-Präsident Trump damit begonnen, weitere Angriffe auf Ziele im Iran durchzuführen. Die Angriffe sind eine Reaktion auf die ungerechtfertigte und anhaltende Aggression des Irans, hiess es in der Mitteilung.
Bereits am frühen Nachmittag hatte Trump in einer Mitteilung auf seiner Kommunikationsplattform Truth Social durchscheinen lassen, dass es weitere Militärschläge der USA auf iranische Ziele geben könnte. In der Mitteilung hatte er der iranischen Führung vorgeworfen, sich bei den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten nicht schnell genug auf ein Abkommen eingelassen zu haben, wofür die Islamische Republik nun den entsprechenden Preis zah-len müsse (10.06.2026 Trump: Iran hat zu lange gezögert).
Im Zuge der erneuten US-Schläge wurde in den Medien von Angriffen des iranischen Militärs auf US-Schiffe nahe der Strasse von Hormus berichtet. Die Führung des iranischen Militärs teilte zudem über den staatlichen Rundfunk mit, die Streitkräfte Irans hätten die Straße von Hormus aufgrund der veränderten Sicherheitslage, die sich durch die neuen US-Angriffe ergeben hätte, mit sofortiger Wirkung vollständig gesperrt. So werde jedes Schiff angegriffen, das die für den internationalen Handel wichtige Wasserstrasse zu durchfahren versuche.
10.6.26
Hubschrauberabschuss führt zu gegenseitigen Vergeltungsschlägen der USA und Irans
Nachdem das US-Militärkommando (Centcom) am gestrigen Dienstag den Abschuss eines amerikanischen Militärhubschraubers vor der Küste Omans gemeldet hatte, der dem Iran zugeschrieben wurde, führten die US-Streitkräfte in der Nacht zum Mittwoch einen Vergeltungsschlag auf Militärziele Irans durch. "Dies ist eine Reaktion auf das, was sie letzte Nacht ... mit unserem Hubschrauber gemacht haben", kommentierte US-Präsident Trump, der die Maßnahme am frühen Dienstagabend angeordnet hatte, den Vergeltungsschlag gegenüber dem US-Sender ABC News und fügte hinzu: "Die Reaktion sollte sehr stark, sehr kraftvoll ausfallen - und genau das ist sie auch."
Wenngleich Centcom einige Stunden später mitteilte, dass die US-Angriffe beendet seien, ließ die Reaktion Irans nicht lange auf sich warten. Die Revolutionsgarden warfen den USA vor, "unter falschen Vorwänden mehrere Ziele in Jask, Sirik und Qeshm" angegriffen zu haben und begründeten damit ihrerseits Vergeltungsschläge. So führten die Marineeinheiten der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) einen Drohnenangriff auf die in Bahrain stationierte Fünfte US-Flotte durch. Iranische Medien berichteten zudem von einem Angriff auf einen US-Stützpunkt in Jordanien.
9.6.26
US-Militär setzt weiteren Öltanker außer Gefecht
Während die Spannungen zwischen Israel und Iran gestern wieder etwas nachließen (08.06.2026 Iran: Jüngste Militäroperation gegen Israel beendet), bleibt die Lage im Persischen Golf weiter extrem unsicher. Die Doppelblockade, sowohl durch den Iran, als auch durch die USA, bleibt intakt und immer wieder werden auch Öltanker zum Ziel von Angriffen – zu-letzt durch US-Streitkräfte.
So erklärte das US-Zentralkommando (CENTCOM) gestern auf X, man habe im Golf von Oman einen unbeladenen Öltanker manövrierunfähig gemacht, nachdem dieser versucht habe, trotz der Blockade gegen den Iran einen iranischen Hafen anzulaufen. Die unter der Flagge Palaus fahrende Marivex sei ins Visier genommen worden, nachdem die Besatzung den Anweisungen der US-Streitkräfte, beizudrehen, mehrfach nicht gefolgt war.
8.6.26
Neue Angriffe zwischen Israel und Iran
Die Eskalation im Nahen Osten setzt sich weiter fort. Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe im April hat Iran Israel wieder mit Raketen beschossen. Teheran begründete den Schritt mit „wiederholten Verstößen“ gegen die Waffenruhe im Libanon. Israel reagierte heute Nacht mit Vergeltungsschlägen und nahm Ziele im Iran ins Visier.
Dem US-Präsidenten Donald Trump scheinen unterdessen die Felle wegzuschwimmen. Am Sonntag hieß es aus dem Umfeld des Weißen Hauses, Trump habe mit Benjamin Netanjahu telefoniert und ihn dazu gedrängt, nicht auf den Beschuss des Iran zu reagieren - offenbar ohne Erfolg. Ob das Telefonat tatsächlich stattgefunden hat, ist zudem unklar. Der Financial Times gegenüber hielt Trump an seiner Behauptung fest, dass ein Abkommen mit dem Iran kurz bevor stehe.
