
Aktuelles von der LÖG und der Branche.
16.2.26
US/Iran-Gespräche sollen am Dienstag fortgesetzt werden
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran - in erster Linie über dessen Atomprogramm - sollen diese Woche fortgesetzt werden. Am Dienstag wollen sich die Delegationen der beiden Länder im schweizerischen Genf über die gegenseitigen Forderungen austauschen, wobei immer noch unklar ist, ob sich die beiden Parteien thematisch auf das Atomprogramm Irans beschränken werden.
Washington hatte eigentlich auch das Raketenprogramm Irans sowie den Umgang des Mullah-Regimes mit der iranischen Bevölkerung auf den Tisch bringen wollen. Am gestrigen Sonntag nannte auch Israels Premierminister Benjamin Netanjahu, der vergangene Woche erst in Washington, D.C., zu Gast war, vier entscheidende Forderungen, die für ein künftiges Abkommen zwischen den USA und Iran erfüllt sein müssten.
13.2.26
China will mehr Rohöl aus Saudi-Arabien
Im kommenden Monat dürfte China seine Importe an saudischem Rohöl auf ein Mehrjahreshoch schrauben. Aus Handelskreisen hiess es zuletzt, dass die staatliche Ölgesellschaft Saudi Aramco im März mindestens 53 Mio. Barrel seines Rohöls an Abnehmer aus der Volksrepublik liefern werde. Damit würde China laut einer Statistik der Nachrichtenagentur Reuters so viel saudisches Rohöl beziehen wie seit März 2023 nicht mehr.
Der erwartete Anstieg der saudischen Rohölexporte nach China folgt auf den erneuten Preisrückgang für die Rohölexporte mehrerer Rohölsorten der Saudi Aramco für Käufer aus Asien. Der Ölriese hatte Anfang des Monats bei der Veröffentlichung der Verkaufspreise für die im März geplanten Rohölexporte den vierten Monat in Folge eine Preissenkung für seine beliebteste Rohölsorte Saudi Arabian Light Crude für Abnehmer am asiatischen Markt verkündet.
In chinesischen Raffineriekreisen hatte man zuvor teilweise sogar mit einem noch stärkeren Preisrückgang gerechnet. Bei den Sorten Saudi Arabian Medium und Heavy Crude senkte Saudi Aramco die Preise für den Zielmarkt Asien ebenfalls erneut. Zu den chinesischen Unternehmen, die im März saudisches Rohöl beziehen, gehören angeblich PetroChina und Rongsheng Petrochemical.
12.2.26
Trump betont bei Treffen mit Netanjahu Präferenz für Verhandlungen mit Iran
Am gestrigen Mittwoch hatte US-Präsident Trump den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen und mit diesem auch über seine Pläne im Hinblick auf den Iran gesprochen. Nach dem Treffen teilte Trump über seine Kommunikationsplattform Truth Social mit, man habe sich zwar auf "nichts Konkretes" geeinigt, "aber ich habe darauf bestanden, dass die Verhandlungen mit dem Iran fortgesetzt werden, um zu sehen, ob ein Abkommen zustande kommen kann", schrieb Trump in seiner Nachricht und fügte hinzu: "Sollte dies der Fall sein, habe ich dem Premierminister mitgeteilt, dass dies meine bevorzugte Lösung wäre."
Sollte allerdings kein Abkommen mit dem Iran geschlossen werden können, werde man weitersehen müssen, so der US-Präsident, der dann gleich wieder in den Droh-Modus gegen Teheran überging und den US-Luftangriff auf die iranischen Atomanlagen von Juni in Erinnerung rief. Damals hatten sich die USA Israel angeschlossen, das bereits einige Tage vor den Vereinigten Staaten Ziele im Iran angegriffen hatte.
11.2.26
Trump will vielleicht zweiten Flugzeugträger in den Nahen Osten schicken
Das Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran geht weiter - auch nach der Wiederaufnahme der Atomgespräche am vergangenen Freitag im Oman. Nachdem der Sprecher des iranischen Außenministeriums gestern noch angedeutet hatte, dass Teheran sein Atomprogramm für zivile Zwecke auch weiterhin nutzen wolle, gab US Präsident Trump gegenüber Medien gegenüber an, er ziehe die Stationierung eines weiteren Flugzeugträgers im Nahen Osten in Erwägung.
Im Januar hatte Washington die USS Abraham Lincoln und einige Begleitschiffe in die Region geschickt. Damit sollte unter anderem ein schnelles agieren ermöglicht werden, sollte der Iran nach den jüngsten Unruhen im Land nicht, wie versprochen, auf Schauprozesse und Hinrichtungen der festgenommenen Demonstranten verzichten und - vor allem - wieder an den Verhandlungstisch mit den USA zurückkehren. Als zweiter Flugzeugträger kämen nun Experten zufolge die USS George Washington oder die USS George H.W. Bush in Frage. Beide Flugzeugträger bräuchten jedoch rund eine Woche um in den Nahen Osten zu kommen.
In einem Interview mit dem israelischen Sender Channel 12 soll Trump nun gesagt haben: Entweder wir schliessen ein Abkommen, oder wir werden etwas sehr gravierendes machen müssen. Bereits vor den Gesprächen im Oman hatte der US Präsident dem Iran noch einmal mit einem Angriff gedroht, der härter ausfallen würde als der im Juni, als sich die USA Israels Luftangriffen auf iranische Atomanlagen anschlossen hatten.
10.2.26
EU legt Entwurf für 20. Sanktionspaket vor
Die Europäische Union könnte ihre Sanktionen gegen Russland schon bald auf Häfen in Georgien und Indonesien ausweiten, die russisches Öl abfertigen. Erstmals würden damit auch Häfen in Drittstaaten ins Visier genommen, wie aus einem am Montag vorgelegten Vorschlag der EU-Kommission hervorgeht.
Die Maßnahmen, die konkret den georgischen Hafen Kulevi sowie den indonesischen Hafen Karimun auf die Sanktionsliste setzen würden, wären Teil des 20. Sanktionspaketes der EU im Zusammenhang mit Russlands Krieg in der Ukraine. Das neue Paket wurde den EU-Mitgliedsstaaten gestern präsentiert und muss nun einstimmig verabschiedet werden.
9.2.26
Iran/USA: Konstruktive Gespräche trotz Säbelrasseln
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian bezeichnete die Atomgespräche mit Washington am Freitag als „einen Schritt nach vorn“, wehrte sich aber gleichzeitig gegen jegliche Einschüchterungsversuche. Außenminister Abbas Araqchi erklärte, dass der Iran im Falle eines Angriffs durch die Vereinigten Staaten US-Militärstützpunkte im Nahen Osten ins Visier nehmen würde.
Er erklärte gegenüber dem arabischen Nachrichtensender Al-Jazeera, dass der Iran zwar vielleicht nicht die Fähigkeiten hätte, die Vereinigten Staaten selbst zu attackieren. Doch würde sein Land dafür „US-Stützpunkte in der Region angreifen oder Vergeltung an ihnen üben“, sollte es sich bedroht fühlen. Die Gespräche mit den USA hätten sich bisher weiterhin auf die Nuklearfrage beschränkt, so Araghchi. Er erklärte, der Iran sei bereit, „Vertrauen aufzubauen“ und die Bedenken hinsichtlich seines Atomprogramms auszuräumen, aber niemand habe das Recht, dem Iran etwas vorzuschreiben.
6.2.26
Saudi Arabien erhöht Preise für März Exporte nach Asien für sehr leichtes Rohöl
Das staatliche Ölunternehmen Saudi Aramco gab am Donnerstagabend die Verkaufspreise (Original Selling Prices, kurz: OSP) für seine im März geplanten Rohölexporte bekannt. Dabei nahm der Konzern bei den Preisen für Exporte nach Europa und in die USA über alle Rohölsorten hinweg Preissenkungen vor. Anders verfuhr Saudi Aramco jedoch bei den Preisen für die geplanten Ausfuhren nach Asien.
Hier senkte der Ölriese die Preise für die Sorten Saudi Arabian Medium und Heavy Crude, sowie für seine international wohl beliebteste Rohölsorte Saudi Arabian Light Crude. Allerdings hatte man in Handelskreisen zuvor teilweise eine stärkeren Preisreduktion erwartet. Bei Saudi Arabian Light Crude hatte man sogar bereits damit gerechnet, dass die Rohölsorte erstmals seit Langem wieder mit einem Abschlag zur Benchmark Oman/Dubai Crude angeboten werden könnte, unter anderem, weil zuletzt wieder höhere Angebotsmengen aus Venezuela auf den Markt kamen und man sich fragte, ob die Ölnachfrage in Asien hoch genug ist, dass das saudische Öl mit den günstigeren Alternativen aus Venezuela oder dem Iran am asiatischen Markt mithalten kann.
Die Saudis scheinen sich zwar der Konkurrenz bewusst, mit der jüngsten Preissenkung um -0,30 Dollar pro Barrel Saudi Arabian Light bieten sie ihre beliebte Rohölsorte allerdings im März auch in Asien noch nicht mit einem Abschlag zur Benchmark an, sondern mit dem selben Preisniveau wie Oman/Dubai. Bei den Rohölsorten mit einer sehr geringen Viskosität wie Saudi Arabian Extra Light und Saudi Arabian Super Light Crude will man es auch im März sogar mit etwas höheren Preisen versuchen. Die Sorte Super Light wird auch ausschliesslich am asiatischen Markt angeboten, da sie den Anforderungen der dortigen Raffinerien besser entspricht als die schwereren Sorten.
5.2.26
US/Iran noch uneins über Agenda für Verhandlungen im Oman
Die über die Nachrichtenplattform Axios verbreitete Meldung, dass die geplanten Gespräche zwischen den USA und dem Iran abgesagt worden seien, hatte am Mittwochabend an den Ölbörsen noch für einen Preissprung gesorgt. Mit Verweis auf Informationen aus informierten Kreisen hieß es, der Grund dafür sei gewesen, dass sich die beiden Parteien nicht auf eine Agenda hätten einigen können. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi stellte jedoch mittels einer Nachricht auf seinem Profil beim Kurzmeldungsdienst X wenig später klar, dass die Gespräche stattfinden würden.
"Die Atomgespräche mit den Vereinigten Staaten sollen am Freitag gegen 10:00 Uhr in Maskat [der Hauptstadt des Oman] stattfinden. Ich bin unseren omanischen Brüdern dankbar, dass sie alle notwendigen Vorkehrungen getroffen haben", schrieb Araghtschi. Die Agenda für die Verhandlungen scheint allerdings tatsächlich noch nicht wirklich ausgearbeitet zu sein, denn US-Außenminister Marco Rubio betonte am gestrigen Mittwoch noch einmal, dass die Verhandlungen auch das Raketenprogramm Irans beinhalten müssten, sowie die Unterstützung Teherans für bewaffnete Milizen in der Region und - ganz am Rande - den Umgang des Regimes mit dem iranischen Volk.
4.2.26
US-Kampfflugzeug schießt Drohne über Arabischem Meer ab
Da hatten die Marktteilnehmer die geopolitische Risikoprämie im Hinblick auf die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zum Wochenbeginn gerade erst wieder ausgepreist, schon sorgten Meldungen aus dem Nahen Osten wieder für Befürchtungen, das Risiko eines US-Militärangriffs gegen den Iran könnte doch noch nicht vom Tisch sein.
So hieß es seitens des US Zentralkommandos, ein US-Kampfflugzeug des Typs F-35C habe über dem Arabischen Meer eine Drohne abgeschossen, die sich dem Flugzeugträger USS Abraham Lincoln "auf aggressive Weise genähert" habe. Der Flugzeugträger gehört zur "Armada", die Trump im Zuge der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Iran in die Nähe des Landes geschickt hatte, um Teheran daran zu erinnern, dass ein US-Militärschlag immer noch möglich wäre, sollte das Mullah-Regime entgegen den Versprechungen doch Hinrichtungen von verhafteten Demonstranten vornehmen. Allerdings hatte sich die USS Abraham Lincoln im Zuge der Annäherung zwischen den USA und Iran Berichten zufolge zuletzt vom Iran in Richtung Jemen wegbewegt.
3.2.26
Neuer US-Handelsdeal – Kein russisches Öl mehr für Indien
Offenbar haben sich die Vereinigten Staaten und Indien auf ein Rahmenabkommen im Handel geeinigt, wie Donald Trump gestern nach einem Telefonat mit seinem indischen Amtskollegen Narendra Modi erklärte. Dieses sieht eine Senkung der US-Zölle auf indische Waren sowie eine Ausweitung der indischen Käufe von US-Öl und -Gas vor.
Nach Angaben Trumps sollen die Zölle auf 18 % gesenkt und ein zusätzlicher Strafzoll im Zusammenhang mit Indiens Käufen von russischem Öl aufgehoben werden. Im Gegenzug habe Modi zugesagt, die Importe russischen Rohöls deutlich zu reduzieren und stattdessen verstärkt auf Lieferungen aus den USA zu setzen. Zudem habe Indien weitergehende Verpflichtungen übernommen, amerikanische Energie, Technologie und Agrarprodukte zu kaufen. Eine offizielle Bestätigung aus Indien gibt es bisher allerdings noch nicht.
2.2.26
Iran und USA signalisieren Redebereitschaft
Im Konflikt zwischen Washington und Teheran gibt es nun erste Anzeichen einer Deeskalation. Laut US-Präsident Donald Trump gebe es „ernsthafte Gespräche“ mit dem Iran. Und auch der iranische Präsident sprach sich für Diplomatie aus. Die Ölfutures starten mit diesen Meldungen vom Wochenende mit einem deutlichen Preisrutsch in die neue Woche.
Nach Wochen der Eskalation und gegenseitigem Säbelrasseln gibt es nun nach Angaben von beiden Seiten Verhandlungsbereitschaft. Donald Trump sagte dem Sender Fox News, Teheran „redet mit uns, wir werden sehen, ob wir etwas tun können, andernfalls werden wir sehen, was passiert“. Irans Präsident Massud Peseschkian betonte in einem Telefonat mit dem ägyptischen Präsidenten die Notwendigkeit, „diplomatische Prozesse einzuleiten“.
30.1.26
Iran warnt Schiffsverkehr vor Militärübung in Strasse von Hormus
Bereits Anfang der Woche hatte der Iran eine Warnung ausgegeben, dass der Luftraum nahe der Strasse von Hormus bis einschliesslich gestern drei Tage lang gesperrt sei, da man eine Militärübung mit echter Munition durchführen würde (28.01.2026 Iran warnt vor Übungen der Luftwaffe nahe Strasse von Hormus). Nun soll auch eine Warnung für den Schiffsverkehr herausgegangen sein, dass am Sonntag und Montag eine Übung der iranischen Seestreitkräfte in der Meerenge abgehalten werde (ebenfalls mit echter Munition). Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) berichtete gestern unter Berufung auf zwei Pakistanische Sicherheitskräfte von der Warnung Irans.
US-Präsident Trump hatte schon Ende letzter Woche mit seiner Äusserung, die USA hätten eine Armada von Kriegsschiffen in Richtung Iran entsendet, die Sorgen bezüglich eines US-Militärschlags gegen die Islamische Republik wieder steigen lassen. Am Mittwoch nährte er diese Sorgen mit einem weiteren Kommentar auf seiner Kommunikationsplattform erneut, indem er Teheran ein nicht genau definiertes Ultimatum für dessen Rückkehr an den Verhandlungstisch stellte, wobei er die Verhandlungen über das Atomprogramm Irans meinte. Sollte es nicht bald dazu kommen, würden die USA einen stärkeren Angriff auf den Iran durchführen als im vergangenen Juli.
